Die am 11. April 1918 im Herzen der Limmatstadt geborene Elisabeth Thalmann war ein Einzelkind.

Der liebevolle Papa Alois Thalmann, Zunftwirt zur Waage in Zürich verehrte sein rothaariges, dickzöpfiges, begabtes Töchterchen und unterstützte ihren Zeichnungssinn.

Die dominante Mama Lina führte das Geschäft und stellte sicher, dass Zucht und Ordnung mit Disziplin das heranwachsende Mädchen auf gutem Pfade liess.

Mit ihren Cousins und Cousinen verbrachte Beth eine sorgenfreie Jugend. Im zarten Alter von 16 reiste Beth nach England – au pair girl, Englischunterricht – doch die Freiheit war das Ziel und als englische Gentlemen auf die hübsche Schweizerin aufmerksam wurden,war der

Traum vorbei – der Ernst des Lebens begann.

Früh schon versuchte sie, ihre Eindrücke in Farben und Figuren auf Papier zu bringen. Die 3 Jahre Kunstgewerbeschule von 1937 bis 1940 beendete sie mit einem hervorragenden Diplom als Zeichnerin und Entwerferin.

Viel malte Elisabeth für sich, fand Motive, versuchte sich in Stoffmusterentwürfen. 1948 bis 1952 erfüllte sich ein grosser Wunsch mit diversen Studienaufenthalten in Paris. Erst an der Akademie LHOTE, dann an der Malschule von Fernand Léger zum Aktzeichnen bei Chamière usw. Immer wenn Beth über ihre Pariserzeit sprach, leuchteten ihre Augen: Kunst, Liebe, Freiheit – was konnte schöner sein.

Mehrere grosse Liebschaften konnten Elisabeth zu keiner Ehe überzeugen, sie zog ein ungebundenes Leben vor, bis sie den jahrelangen Bewerbungen des stattlichen George Widmer, genannt Giorgi nicht mehr widerstehen konnte und 1970 in den Stand der Ehe trat.

65 Jahre Licht und Farben

Als junge Frau kaufte sie in der Normandie die Ruine einer Mühle und Georgio ermöglichte ihnen 20 Jahre später deren Renovation. Dort in der Einsamkeit und Ruhe der Normandie in einem grossen Atelier, früher das Mehlsackdepot und unter dem Dach ihres Hauses an der Lavaterstrasse in Zürich entstanden ihre Werke.

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Beth Thalmann 1918 – 2000

Sie stellte aus, in Frankreich und Zürich – konzentrierte sich auf Collagen, arbeitete mit Galerien, insbesondere der Galerie Beno an der Rämistrasse. Die Konkurrenz war gross, sie liess sich nicht beirren. Das Künstlerleben war hart und die Zeiten schwierig.

Mit ihrem schöpferische Geist und ihrer grenzenlosen Fantasie, schuf Sie zahlreiche Werke in erstaunlicher Farb- und Formgebung, angefangen mit Oel auf Leinwand, Karton — gefolgt von Collagen – hauchzart – mit pastellfarbenen Tönungen – dann Collage mit Oel, Oelkreide, Gouaches, Acquarelle, Tusch-Strichzeichnungen und immer wieder Collagen.

Das Bildhafte wurde zur surrealen Ironie.

Alles Zeugen eines unbegrenzten schöpferischen Werks, welches wir in ihrer Privatgalerie und Museum bewundern können.

Leider war Elisabeth Widmer-Thalmann keine Marketingfrau – sie vertraute ihr Werk auch keinem Manager an: Die Ambivalenz zwischen vermarktet oder Entdecktzuwerden endeten in einem eher enttäuschten Rückzug: “Egal, welche Qualität die Kunst heute bringt, es kommt vorerst auf die Beziehung, das Marketing an – nicht auf die Echtheit des Könnens”, diese vorherrschende Meinung wurde von ihr und in Künstlerkreisen mehrheitlich vertreten.

Als im Sommer 99 eine bösartige Krankheit unerwartet ihr Leben veränderte, verblassten T Träume von Freiheit und Unabhängigkeit. Das Leben änderte sich auf der Suche nach sich selbst und den Ursachen dieser Krankheit. Die Lust zu Leben und der Wunsch zum Sterben wechselten sich stetig ab. Neue Farben und Motive aus Frankreich importiert, bereicherten ihre Arbeit…. ein Aufflackern vor der Resignation. Doch eine plötzliche Operation im Herst dämpfte ihren Optimismus – Sie entschlief am 3.2.00.

Bis in die letzten Tage bestimmten ihr erstaunliches Gedächtnis und ihr scharfer Intellekt ihre Persönlichkeit. Sie war eine bemerkenswert, eindrückliche Frau. Ihr kritischer Geist und das beachtliche Kunstverständnis sind ein grosser Verlust in den Fachkreisen.

Privat – Galerie & Museum – Home Page

Der Schatz, Ihr Lebenswerk, welches sie mir überraschenderweise überliess – ist unermesslich gross – ich habe versucht, ihn für alle zugängig zu machen. An die 1500 Bilder sind archiviert und auf der Home Page www.beth-thalmann.ch zu bewundern.

Ihr Stiefsohn, Dr. Urs Widmer, hat dieses grosse Werk zu ihrem Gedenken errichtet. Darin finden Sie nicht nur viele Dokumente zur Person, auch Fotos aus ihrer Jugendzeit und Viele, viele Bilder – alle archivierten Bilder sind digitalisiert fotografiert und nach diversen Kriterien geordnet – Sie können Jahrgänge, Maltechnik, Grösse usw. abfragen -

Eine Reise in das Leben von Beth Thalmann oder offiziell Elisabeth Widmer-Thalmann für Kunstkenner ist ein Muss.

Oder besuchen Sie die kleine Galerie ihn ihrem Haus an der Lavaterstr. 73 in Zürich 2:

Aber bitte mit Voranmeldung: 079 – 205 50 60, es lohnt sich! Oder wählen Sie die Galerie die alte Tel. Nr. 01 – 201 56 21 sie hat eine Beantworter- und Faxfunktion.