images Nachwort von Mily Dür (Hartmann), Kunstmalerin,
Lyrikerin, Zumikon-Zürich

 zum Hinschied von Beth Thalmann, im Jahre 2000
  (sie waren ein Leben lang enge Freundinnen und Kolleginnen)

Beth war meine unkonventionellste Freundin; geistreich, belesen, Ihre Sensibilität und    Verletzbarkeit manchmal unter Ironie und Sarkasmus getarnt. Wir führten endlose Gespräche über neue Bücher, Ausstellungen, Psychologie. Wir stritten über Freud, Adler, C.G. Jung (Beth war an Jungs Begräbnis) und sie behauptete, jedem anzumerken,  ob er eine Analyse gemacht habe oder eben nicht.

Sie konnte sehr kritisch sein (auch sich selbst gegenüber), dann wiederum enthusiastisch,
ihr Wesen war ambivalent, was sich auch in ihrer künstlerischen Arbeit wiederspiegelt.
An einem bestimmten Wochentag konnten wir in Kaisers Reblaube (unter dem Göthestübli) Freunde treffen.

Ein Kreis um die Schriftsteller Hans Schumacher und Albert Erismann,
die Bildhauer Otto Müller und Trudi Demut. Trudi Frisch und Teilnehmer der Volkshochschule von Schumacher und Dalvit kamen dazu, Paul Nixon erzählte von seinen Eheproblemen.
Am Telefon vertieften wir die Abend- und Nachtgespräche, oder schnödeten über das, was uns nicht gefiel, z.B. die Veränderung der männlichen Charaktere bei zu grossem Alkoholkonsum.
Alles in Allem (Kurt Guggenheim) waren diese Stunden aber sehr anregend.
Dank Kafka sagte Beth mir: “Milena, schenke Bücher und Kassetten!”
Eine aufmerksame Freundin, der ich meine Aufnahme in die Galerie Beno und die entsprechende Ausstellung
verdanke.
Beachtung hätte sie sich mehr gewünscht; im Kreis ihrer Freunde wurde sie und ihre künstlerische Arbeit aber geschätzt und geliebt.
Den sogenannten Durchbruch schafften nicht immer nur die Besten! Nicht Erfolg motiviert einen Künstler. Die Suche, mit
künstlerischen Mitteln nach einem Lebenssinn, die Freude am Gestalten, das fast zeitlose Versinken in Formen und Farben, Zeit haben, für das, was einem das Wichtigste ist, sind Motivation genug.
Der Erfolg ist wie Zuckerstreusel auf einem Brötchen. Auch ohne diese Beigabe bleibt Brot ein Lebensmittel. Beths Werk ist Seelennahrung für viele.
Ihr inspirierendes Wesen lebt weiter,