Galerie Socrate, Bienne (1963)
(Lipski, Goetz, Scotoni)

Stadt Biel

Saisoneröffnung in der Galierie Socrate

r Die erste Vernisssage dieser Saison fand in der Galerie Socrate unter Beisein einer großen Anzahl Schaulustiger und Liebhaber der Kusnt statt. Der Leiter der Galerie, Peter Keller, durfte den Anwesenden vier junge Künstler aus Zürich vorstellen, von denen ein jeder auf ganz persönlich ausgeprägte Weise die Welt in Farben zu kleiden weiß.

Marie Scottoni, die ihre Studien in Zürich absolvierte, zeigt eine ganze Anzahl abstrakter Bilder, deren Malweise heute in ähnlichen Schattierungen vor allem von italienischen Malern vervorzugt wird. Besonders auffallend in den Werken von Scotoni ist eine Verbindung, man könnte fast sagen eine Verwebung der Farben, um die sie viele der im Figürlichen arbeitenden Künster beneiden könnten.

Elisabeth Thalmann läßt uns mit ihren köstlichen Collagen viele jener abstrusen und prätentiösen Klebereien vergessen, die uns in letzter Zeit zu Gesicht kamen. Es grenzt ans Wunderbare, wie sie aus den verschiedensten Fetzchen Papier eine harmonische Einheit zusammenbringt. Jedes ihrer Bilder trägt in sich den Zug des Planmäßigen. Ebenso staunenswert wie die saubere Ausführung der Bilder ist das sichere Auge der Künstlerin.

Willi Goetz, Empgänger mehrerer offizieller Ermunterungspreise, versucht in harter Form die schwierigsten Farben in Einklang zu bringen. Der Zugang zu seinen zum Teil recht gut gelungenen Bildern ist nicht einfach. Immer wieder macht sich ein ungerades Etwas, das vielleicht vom Künstler gewollt ist, störend bemerkbar.

Rolf Lipski, der sowohl in Zürich wie an anderen Orten mit Preisen ausgezeichnet wurde, lädt uns ein zu einem Spiel mit harten Farben, die sich in ebenso harten Kompositionen zeigen. Ohne Zweifel will er im Beschauer gar kein Wohlgefallen erwecken. Eine einzige seiner Kompositionen gibt die wirkliche Breite seines künstlerischen Talents wieder.

Kurz, diese Ausstellung abstarkter Kusnt zeigt einmal mehr, daß nicht nur die figurativen Gemälde einen künstlerischen Wert aufzuweisen haben. Die Aussstellung in der Galerie Socrate ist bis 17. Oktober geöffnet.

A.R.