Galerie BENO

Galerie BENO, Zürich (1961)
Kollektivausstellung

Tages Anzeiger, 25. Juni 1961

Kleine Bilder junger Maler

Gelobt sei die Galerie Beno, die bis zum 7. März eine Ausstellung für den Kunstfreund mit kleinem Protemonnaie veranstaltet, der nicht in der Lage ist, sich ein Bild ein paar tausend Franken kosten zu lassen und eine größere Wohnung zu mieten, um es unterzubringen. Gezeigt werden Arbeiten im Preise zwischen fünfzig und fünfhundert Franken und in Postkarten- bis zu Schreibblockgröße. Vertreten sind sieben Maler und Malerinnen, deren Kenntnis man fast ausschließlich der kleinen Kellergalerie an der Rämistraße dankt. Vorgestellt zu werden brauchen sie nicht mehr, hingegen ist bei drei von ihnen eine Aenderung des bisher eingeschlagenen Kurses zu notieren. Elisabeth Thalmann und Maria Scotoni sind daran, der Fleckenmalerei abzuschwören, die eine in Arbeiten, welche von pflanzen- und tierhaften Formen ausgehend zu einer frischen, farbenfrohen Malerei in Blau, Rot, Grau und Schwarz gelangt und durch einen stillebenhaften Zug überrascht, die andere in kleinen Kompositionen, die geometrische Formen an Häusern, Fabriken, Straßen erinnern lassen. Noch weiter zurück (oder vorwärts, je nachdem man es nimmt) geht Rolf Lipski. Er hat entdeckt, daß es den Menschen gibt. Vorderhand verstecken sich seine Figuren allerdings noch hinter düsteren Masken und Vermummungen und es sieht beinahe aus, als ob “L’age blanc” und “Le bourreau de Béthum”, die beiden Catch-as-Catch-can-Helden vom Hallenstadion, dem Maler als Modelle gedient hätten.